Brandau feiert bei MTB-Bundesliga in Heubach Überraschungserfolg

Elisabeth Brandau hängte in Heubach Maja Wloszczowska und Yana Belomoina ab. Foto: Erhard Goller
Elisabeth Brandau hängte in Heubach Maja Wloszczowska und Yana Belomoina ab. Foto: Erhard Goller
29.04.2018 | Heubach (rad-net) - Bei der 18. Auflage des BiketheRock in Heubach hat es durch Elisabeth Brandau einen deutschen Sieg gegeben. Die Schönaicherin siegte beim Auftakt der Mountainbike-Bundesliga mit 28 Sekunden Vorsprung auf Maja Wloszczowska aus Polen und 1:16 Minuten vor der Ukrainerin Yana Belomoina. Auf den Plätzen vier und fünf komplettierten Sabine Spitz und Ronja Eibl das fünfköpfige Podium.

Wer sich das Frühjahr von Elisabeth Brandau (EBE Racing) genau angeschaut hat, der konnte zumindest damit rechnen, dass die 32-Jährige in Heubach eine gute Rolle spielen könnte. Doch, dass sie sich gegen Weltklasse-Fahrerinnen wie Maja Wloszczowska (Kross Racing) und Yana Belomoina (CST Sandd American Eagle) durchsetzen würde, damit hatte nicht jeder gerechnet.

«Dass ich am Berg stark bin, wusste ich schon. Berg runter war es aber ziemlich rutschig und ich bin die ersten vier Runden nicht Vollgas gefahren», erklärte Brandau. Das Rennen wurde zum Heubach-typischen Pendel-Geschehen. Oben am höchsten Punkt, nach 1,8 Kilometern fast durchgehender Kletterei hatte die Deutsche immer einen Vorsprung gegenüber Wloszczowska und auch gegenüber der Weltranglistenersten Belomoina. «Elisabeth war bergauf unglaublich stark. Ich habe versucht im Downhill die Zeit immer gut zu machen», erzählte die Polin aus ihrer Sicht.

Unten bei der Zieldurchfahrt hatte Brandau bis zur vierten von sechs Runden zwischen acht und 15 Sekunden Vorsprung. Doch dann konnte Wloszczwoska noch mal aufschließen. «Da habe ich gemerkt, ich muss schon nochmal schnell fahren. Dann bin ich hoch am Limit gefahren und das Loch gerissen. Dann hieß es nur noch durchhalten und ohne Defekt durchkommen», erklärte Brandau wie sie sich des Angriffs der zweifachen Olympia-Silbermedaillengewinnerin erwehrte.

Was ihr der Sieg beim BiketheRock bedeutet? «Kann ich gar nicht sagen, ich bin einfach froh, dass ich heil runter gekommen bin. Es war mental schon hart und ich bin stolz, dass ich durchgekommen bin.»

Wloszczwoska war mit dem zweiten Platz dennoch nicht unglücklich. «Elisabeth hat es verdient. Klar, hätte ich gerne gewonnen, weil ich das Rennen so mag und die Atmosphäre hier so toll ist, aber ich kann zufrieden sein», sagte Wloszczowska, die auch noch ein wenig an einer gebrochener Rippe laboriert.

Yana Belomoina verlor den Anschluss an die Ex-Weltmeisterin bei einem Überholvorgang gegen Juniorinnen. «Danach bin ich mein Tempo gefahren», sagte Belomoina, die nach einer langen Verletzungspause erst wieder auf dem Weg zurück ist. «Heubach ist immer hart. Die Strecke liegt mir eigentlich, aber ein bisschen kälter wäre mir lieber gewesen», meinte sie mit einem Lachen. «Aber gut, dass es trocken war.»

Sabine Spitz positionierte sich nach Runde eins an vierter Stelle und behauptete sich dort. «Am Anstieg habe ich mich gequält, die Abfahrt genossen», sagte sie im Ziel lächelnd. «Hier musst du eben deinen Rhythmus finden und am Ende hast du 1300 Höhenmeter hinter dir. Gefühlt wird der Anstieg jede Runde drei Grad steiler.»

Ronja Eibl aus Grosselfingen wurde Fünfte (+4:51). Das war fast eine noch größere Überraschung als der Sieg von Elisabeth Brandau. Gerade dem Alter der Juniorinnen entwachsen, zeigte sich Eibl am Berg in prächtiger Verfassung. Sie war da teilweise sogar schneller als Spitz. «Oben, wo es flacher ist, habe ich schon gemerkt, dass ich da nicht mithalten kann», erzählte Eibl. Noch erstaunlicher wird der fünfte Rang (+4:51) durch die Vorgeschichte. In der Nacht zum Rennen wurden ihr, respektive ihrem Gonso-Simplon-Team vor der Jugendherberge in Aalen die Bikes gestohlen. Mit dem Bike eines Untermünkheimers fuhr sie das Rennen, es war ein Hardtail, trainiert hatte sie auf einem Fully. «Ich bin einfach die gleiche Linie gefahren», zuckte sie mit den Schultern. «Am Ende habe ich es im Rücken schon etwas gemerkt, aber es ging. Dieses Jahr mache ich mir gar keinen Druck.»

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