Der erst 20-jährigen Embacher genügten die Punkte aus den beiden Siegen bei den Bundesliga-Auftaktrennen in Obergessertshausen und Heubach, um auch nach dem fünften und letzten Lauf in Winterberg die Gesamtwertung sowohl der Elite- als auch der U23-Frauen anzuführen. Die Saarländerin Klara Müller (Riese & Müller) hätte in Winterberg Zweite werden müssen, um Embacher vom Thron zu stoßen. In dem international besetzten Frauenfeld des Majlen Sunshine Race versuchte sie zunächst, ihre Chance zu nutzen, musste aber bald einsehen, dass sie gegen die starke Konkurrenz aus dem Ausland keine Chance haben würde, dieses Ziel zu erreichen: Als Neunte und drittbeste Deutsche überquerte Müller die Ziellinie: «Ich habe es zumindest am Anfang versucht», war sie mit sich selbst im Reinen.
In dem Rennen über sechs Runden auf der physisch anspruchsvollen Strecke im Skigebiet rund um den Bremberg hatte sich schon früh alleine abgesetzt und war nach 1:30:37 Stunden einem zu keiner Zeit gefährdeten Sieg entgegengerollt: «In den Anstiegen konnte ich viel Zeit gut machen», sagte sie später im Siegerinterview. Platz zwei ging mit einem bereits deutlichen Rückstand von über zwei Minuten an ihre Landsfrau Femke Mossinkoff (Viskercycles). Platz drei belegte die Deutsche Jette Aelken (B&W Merida Team), die in Winterberg ihren Abschied vom Mountainbike-Sport gab und fortan auf der Straße beim Team Wheel Divas Cycling unterwegs sein wird.
Spannender lief es bei den Männern, auch wenn die Deutschen im Tagesergebnis nichts mitzureden hatten: die beiden besten Deutschen waren Niklas Schehl (Riese & Müller) und Niklas Franz (Stop&Go Marderabwehr) mit einem Rückstand von rund fünf Minuten auf Tagessieger Schellekens auf den Plätzen sechs und sieben. Der 23-jährige Niederländer setzte sich in der letzten Runde endgültig gegen den zehn Jahre älteren Belgier Jens Schuermans (Giant) durch, der 2024 und 2025 in Winterberg gewonnen hatte. Der dritte Platz ging mit einem Rückstand von über eineinhalb Minuten mit Chris van Dijk (Scott-Zwiep) wieder an einen Niederländer.
Doch sie alle konnten den Gesamtsieg von Tobias Steinhart aus Rottweil nicht verhindern: Steinhart hatte alle fünf Rennen der höchsten deutschen Mountainbike-Serie bestritten und mit dem Sieg in Gedern und dem dritten Platz in tschechischen Aš die Grundlage für seinen ersten Gesamtsieg in der German Cycling Mountainbike-Bundesliga gelegt: «Das war gar nicht so verkehrt. Ich kann zufrieden sein, wie es gelaufen ist», sortierte er seine Leistung nach dem Rennen ein. «Es war ultrastaubig, aber es macht richtig Spaß hier in Winterberg: Wenn man die richtigen Linien trifft, kann man sein Rad richtig laufen lassen.» Überhaupt lobten die Fahrerinnen und Fahrer unisono die Strecke im Trailpark von Winterberg.
In der U23-Klasse der Männer machten einige Verfolger zwar noch Boden gut, doch der Däne Nikolaj Hougs, der bei den Männer Elite auf Rang drei kam, holte trotz Abwesenheit den Gesamtsieg vor dem Niederländer Freek Bouten. Bester Deutscher war Martin Schirmer (Edelsten) punktgleich mit dem zweiten auf Rang drei.
Bei den Junioren siegte in Winterberg Marlon Riess (Cycling Per4mance) mit 19 Sekunden Vorsprung vor dem Niederländer Jari Van Lee (UCT) und 36 Sekunden vor seinem Nationalmannschaftskollegen Leopold Sigl (Bulls). In der Gesamtwertung belegte Riess hinter den beiden Niederländern Cas Timmermans und Daan Bakelaar Rang drei. Adina Daubner (Singer-KTM) gewann das Rennen der Juniorinnen mit 25 Sekunden Vorsprung auf Kayley McMillan aus Neuseeland und 1:50 Minuten vor Lana Streit (Stevens). Auch in der Gesamtwertung hatte Daubner die Nase vorn. Emily Mehltretter (Ghost) und Rosalie Sporn (Riese & Müller) belegten die Plätze zwei und drei.
Bei German Cycling zeigte man sich mit der zweiten Ausrichtung des Finales der Mountainbike-Bundesliga sehr zufrieden: «Wir hatten sehr spannende Rennen das ganze Jahr über und mit Winterberg einen sehr guten Abschluss», freute sich Dieter Pfänder, Cross-Country-Koordinator bei German Cycling, über das Engagement des Winterberger Vereins 4C, der für das Rennwochenende am Bremberg verantwortlich zeichnet. Mitorganisator Ralf Müller zeigte sich ebenfalls überzeugt, «es auch in diesem Jahr wieder geschafft zu haben, den Fahrern den besten Track zu liefern. Denn das ist unsere Maxime.»
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