MTB-Bundesliga: Indergand triumphiert in Titisee-Neustadt

Reto Indergand siegte am Fuße der Skisprungschanze von Titisee-Neustadt. Foto: Erhard Goller
Reto Indergand siegte am Fuße der Skisprungschanze von Titisee-Neustadt. Foto: Erhard Goller
28.09.2019 | Titisee-Neustadt (rad-net) - Beim Finale der MTB-Bundesliga in Titisee-Neustadt hat sich sich der Schweizer Reto Indergand vor seinen beiden Landsleuten Lukas Flückiger und Matthias Stirnemann durchgesetzt und gewann damit auch erstmals die Gesamtwertung der Serie. Bester Deutscher beim Singer Wäldercup war Mit-Organisator Simon Stiebjahn auf Rang vier, Julian Schelb wurde Fünfter.

Für die deutsche Hoffnung Ben Zwiehoff (Bergamont) ging das Rennen nur 200 Meter weit. Der Essener hatte einen Migräne-Anfall bekommen und stellte seinen aussichtslosen Versuch rasch wieder ein, die Führung in der Gesamtwertung zu verteidigen.

So entstand eine fünfköpfige Spitzengruppe, aus der Julian Schelb nach einem Sturz in der dritten Runde zurückfiel. «Mir ging es sehr gut und ich musste mich richtig zurückhalten. Ich hatte dann noch einen Sturz und Kettenprobleme», so der Münstertäler vom Team Stop&Go Marderabwehr, der am Ende den Sprint um Rang fünf gegen den Schweizer Andrin Beeli gewann.

So blieb Simon Stiebjahn zwischen den drei Schweizern die einzige deutsche Hoffnung aufs Podest. Ende der zweiten Runde hatte auch er einen Sturz, robbte sich aber wieder an die Spitze heran. Allerdings war sein Schuh dann lädiert und der Halt sei dadurch etwas instabil gewesen, so der Hochschwarzwälder. In der vierten von sechs Runden verlor er den Kontakt zu den drei Schweizern, nachdem Reto Indergand vorne aufs Tempo gedrückt hatte. «Ich habe mich gut gefühlt, aber man muss ehrlich sein: auch ohne Handicap hätte es wohl auch nur zu Rang vier gereicht», meinte Stiebjahn.

So machten die drei Weltklasse-Fahrer aus dem Nachbarland die Sache unter sich aus. «Nachdem wir Stiebi abgehängt haben, wollte in der fünften Runde keiner Führung machen. Dann dachte ich, es ist eh gut noch mal drüber zu ziehen», erklärte Indergand, wie er seine Kollegen in Schwierigkeiten brachte.

Matthias Stirnemann ließ auf dem vielgelobten, aber schwierigen Kurs in dieser fünften Runde locker. «Ich habe schon früh gemerkt, dass ich am Berg heute nicht so gut bin wie die anderen. Dass ich dann noch gestürzt bin, spielte keine große Rolle. Ich war einfach über dem Limit und bin im Rock Garden eine falsche Linie gefahren», so Stirnemann, der mit einem Sieg vor Indergand auch die Gesamtwertung gewonnen hätte.

Lukas Flückiger konnte Indergand noch kurz folgen, doch sein Widerstand gegenüber seinem BMC-Teamkollegen erlosch auch schon Ende der vorletzten Runde, nachdem er durch einen kleinen Fehler eine Lücke kassiert hatte. «Ich war einfach müde von der Marathon-WM. Ich wollte eigentlich unbedingt gewinnen», erklärte Flückiger, den man zu Beginn oft an der Spitze sah. «Diese Woche habe ich nur locker trainiert, da merkst du das gar nicht», so Flückiger. «Die Strecke hier ist echt cool.»

Reto Indergand jubelte über Tages- und Gesamtsieg und holte sich bei seiner Frau Küsschen ab. «Voriges Wochenende in Freudenstadt war ich am Berg der Schwächste, deshalb habe ich das hier heute gar nicht so erwartet. Aber ich habe gleich am Anfang gemerkt, dass es heute sehr gut geht. Am Anfang habe ich noch Ben gesucht, ich wusste nicht, dass er gleich ausgestiegen ist. Die Strecke hat sehr viel Spaß gemacht», kommentierte Indergand seinen Erfolg.

Der deutsche U23-Meister Simon Schneller (Team Bulls) war auf Rang sieben der beste U23-Fahrer. Die Gesamtwertung der Nachwuchs-Kategorie ging aber an seinen Teamkollegen Leon Kaiser, der am Ende 14. wurde.






Gesamtwertung 2019

Elite U23 U19 Master
Frauen Männer

Sprint-Gesamtwertung 2019

Gesamt U19
Frauen Männer