Lange und Steinhart holen Siege bei MTB-Bundesliga in Gedern

Paulina Lange fuhr auf der Strecke in Gedern zum Sieg. Foto: Armin M. Küstenbrück
Paulina Lange fuhr auf der Strecke in Gedern zum Sieg. Foto: Armin M. Küstenbrück
25.05.2026 | Gedern (rad-net) - In Abwesenheit der Weltcup-Fahrer lieferte gestern die zweite Garde bei der German Cycling Mountainbike-Bundesliga in Gedern ab. Paulina Lange (Bulls) und Tobias Steinhart (Dowe-Sindlinger) feierten Solosiege.

Nachdem hunderte Nachwuchssportlerinnen und -sportler im Rahmen des Hessencups und der German Cycling Nachwuchssichtungsserie am Samstag und dem Vormittag des Pfingstsonntags die anspruchsvolle Strecke unter die Stollenreifen genommen hatten, waren es am Sonntagnachmittag die Frauen und Männer der höchsten deutschen Mountainbike-Rennserie, die dem Publikum einen spektakulären Tanz auf dem Vulkan boten.

Schon lange war klar, dass das traditionsreiche Rennen des TGV Schotten und HWG Gedern 2026 nicht top besetzt sein wird: weil das Vulkan-Race traditionell am Pfingstwochenende ausgetragen wird und die Veranstalter nicht davon abrücken wollten, mussten sie hinnehmen, dass die deutsche Spitze und viele der sonst zahlreich anwesenden internationale Topfahrer nicht nach Mittelhessen kommen würden: Der Weltradsportverband hatte diesen Termin für den europäischen Weltcupauftakt im tschechischen Nové Město na Moravě vorgesehen. Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch und die «zweite Garde» zeigte, dass sie sich hinsichtlich Engagement und Spannung nicht hinter den Topfahrern verstecken müssen.

Steinhart schaute sich eine halbe der insgesamt sechs Runden seine Konkurrenz an - dann fuhr er «sein Tempo», das schneller war als der Rest der knapp 40 Fahrer. Der 28-Jährige ließ die Konkurrenz schnell hinter sich und siegte souverän nach 1:14:42 Stunden. Der zwei Jahre ältere Sven Strähle (Cube Next Generation) aus Böbingen, der seine Profikarriere im vergangenen Jahr beendet hat und nun eigentlich als Teamchef einer niederländischen Junioren- und U23-Equipe vorsteht, war der Einzige, der Steinhart ansatzweise folgen konnte - und zeigte sich im Ziel, das er mit einer Minute Rückstand erreichte, entsprechend überrascht: «Ich dachte nicht, dass ich das noch drauf habe», sagte er lachend.

Dahinter allerdings entwickelte sich ein spannendes Rennen um den letzten Podestplatz, das letztlich der erst 18-jährige Elijah Witzak für sich entscheiden konnte. Im Sprint setzte er sich drei Minuten nach Steinhart gegen Martin Schirmer (RV 1889 Schweinfurt) und Benjamin Muth (CC Cycling Club Winterberg) durch. Pech hatte der Lokalmatador Emilian See (TGV Schotten), der nach einem Reifendefekt zwar ein engagiertes Rennen zeigte, die Verfolgergruppe aber nicht mehr einholen konnte.

Auch Paulina Lange (Bulls) fuhr ein langes Solorennen zu ihrem Sieg nach fünf Runden in einer Zeit von 1:18:38 Stunden. Lange, die erst am Freitag ihren 19. Geburtstag gefeiert hatte, hatte einen souveränen Vorsprung von 90 Sekunden auf das ungleiche Verfolgerinnen-Duo: zum einen die schon 28-jährige Lokalmatadorin Michelle Luft, zum anderen die ebenfalls 19-jährige Klara Müller (Riese&Müller), die sich auf der ansteigenden Zielgerade um nur wenige Zentimeter durchsetzen konnte. «Ich bin einfach meinen Stiefel gefahren und habe darauf geachtet, nicht zu überhitzen», sagte Lange nach ihrer Zielankunft: «Das ist heute perfekt aufgegangen.» Viele Konkurrentinnen aus ihrem eigenen Jahrgang waren schon vor einer Woche in Heubach am Start gewesen: «Ich wusste, dass es heute hart werden wird, auch wenn viele Sportlerinnen in Nové Město am Start stehen.»

An der Spitze Gesamtwertung änderte sich nichts, da die bislang Führenden, der Däne Nikolaj Hougs (Cube) und die Österreicherin Katrin Embacher (KTM), bei den ersten beiden Läufen in Obergessertshausen und Heubach schon genügend Punkte gesammelt hatten.

Die nächste Station der MTB-Bundesliga ist am 28. Juni im tschechischen Asch.

DM-Bewerbung
Die Strecke auf dem Löseberg in Gedern hat sich erneut als würdig erwiesen, hochkarätige Mountainbikeveranstaltungen auszurichten. Deswegen bewarben sich die Veranstalter, nach 2020 (nur Nachwuchs) und 2021 im Jahr 2027 erneut die Deutsche Meisterschaft auszutragen. «Die Chancen dafür stehen nicht schlecht», so GC-Vizepräsident Jan Schlichenmaier. 2028 steht der Ausrichter schon fest: nach 2020 (nur Elite) und 2024 wird der MSC Wiesenbach in Obergessertshausen die Deutschen Meisterschaften im olympischen Cross-Country ausrichten.


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